26. Mai 2016

Tschüss, ich muss jetzt sterben! – oder wie sagt man…


Kleine Anmerkung: Bitte, bitte, bitte keine Mitleidsbekundungen. Das letzte was ich möchte, ist Mitleid erwecken! Ich möchte anrühren, euch das Positive zeigen! Mauern zeigen und gerne auch eigene Mauern eingerissen bekommen! Ich bin nicht euer Patient und ich bin nicht euer Psychologe oder Ratgeber, ich möchte euch anregen, euch eigene Gedanken dazu zu machen, weil ich glaube, dass es vielleicht helfen kann.

Leben mit dem Tod

Ich habe gerade den Post von berlin-mitte-mom „ein Meer ungeweinter Tränen“ gelesen und bin mir nun sicher, dass es kein Fehler ist, den Tod auch an dieser Stelle mal „sein“ zu lassen.
Anna schreibt über den Tod ihrer Mutter, ihre Erinnerungen daran und ihren Verarbeitungsprozess - der Tod als Teil des Lebens, die Wut, die Trauer, die Desorientiertheit, auch wenn man einen lieben Menschen in Krankheit noch eine Weile begleitet und man weiß, dass es absehbar enden wird und sich selber in einer Art Paralleluniversum.

Wenn man nicht gerade brutal aus dem Leben gerissen wird, so kommt man doch zumeist eher über Krankheit und Alter mit dem Thema Tod in Kontakt.
Omas und Opas können sterben, Haustiere können sterben, Nachbarn und Kranke können sterben, in den Nachrichten wird viel gestorben. Sterben, dass uns anrührt, anstupst, mal mehr mal weniger intensiv.

Das Einzige, dem ich nichts schreibens- oder gedankenwertes abgewinnen kann, ist der Gedanke, dass eines meiner Kinder sterben könnte… hier bleibt auch meine Mauer stehen ohne eine Spur Licht… Schreibblockade, Gedankenblockade…


Der Tod kann das Leben bereichern

Das Thema Tod ist so vielseitig und wird so oft totgeschwiegen, dass man glauben könnte, wir wären alle unsterblich.

Sind wir aber nicht!
Und ich habe schon oft überlegt, ob und wie ich meine speziellen Gedanken dazu hier wiedergeben soll, darf und kann. Denn es gibt einen besonderen Aspekt, der mich plötzlich mit voller Wucht erwischt hat, den ich vorher zwar schon mal „überdacht“ hatte, aber nie wirklich „zuende“ denken musste.
Ein Gedanke, den ich gerne weiter tragen möchte zu denen, die bereit sind, sich darauf ein zu lassen. Das Thema Tod ist nicht ohne Schmerzen denkbar, aber es kann so viel Positives in einen selbst bewirken.

Es geht hier und jetzt nur um diesen einen Aspekt – dem Abschied von den eigenen Kindern.

Wenn Mama stirbt?!

Was ist mit unserer eigenen Sterblichkeit?!

Ich – also ich als Mutter mit Kindern – sterbe nicht so schnell, oder?!

Ja, ich lebe noch!
Aber ich dachte, ich müsste sterben.

Also nicht dieser Schreckmoment kurz vor einem Unfall oder Ähnlichem, das wo man die Vergangenheit wie in einem Film vor den eigenen Augen ablaufen sieht, sondern ich hatte Krebs (2009, das wissen bestimmt die meisten hier), so ‘n tödlichen Scheiß, den keiner braucht und der immer öfter seine Bahnen zu ziehen scheint.

Horrornachricht – Bäm! – Diagnose Krebs – Lebenserwartung 3-6 Monate – OP kritisch.

Meine Kinder damals 7 und 10 Jahre alt. In meinem Kopf Leere und völliges Gedankenchaos gleichzeitig.

Ich wusste von einem Tag auf den anderen nicht mehr – bin ich nächste Woche tot, weil die OP riskant ist, oder habe ich danach nach ein paar Wochen… Monate… Jahre?
Mal abgesehen von der Masse an Gefühlen die einen überwältigt, meiner Familie, meinen Freunden, den Umständen als solche, die Planungen, weitere Organisationen hatte ich einen ganz intensiven Gedanken, den ich nie mit jemanden besprechen konnte/wollte – wie Verabschiede ich mich von meinen Kindern?!

Ich geh dann mal

Was mache ich als Mutter, wenn ich weiß, dass ich vielleicht zu früh gehen muss?
Ich kann nicht meine Krankenhaustasche nehmen und aus der Tür gehen und winkend rufen „Tschüss, kann sein, dass ich sterbe, wenn nicht, melde‘ ich mich die Tage!“

Bei meinem bekannten Grundsarkasmus, würden Freunde sich über einen solchen Satz von mir nicht wundern… bei seinen eigenen Kindern, nein… niemals! – alt genug, um alles zu verstehen – zu jung, um ohne Mama weiter leben zu sollen.

Man hat manchmal keine Wahl und man weiß nur, dass sich etwas verändern wird – radikal – endgültig, aber wann genau und wie genau, dass wissen wir nie wirklich – niemals, auch nicht jetzt.

Vielleicht geht ja alles gut!


Ein letzter Tag?

Es gibt diesen Spruch „Lebe jeden Tag, als wäre es deiner letzter!“

Er soll ermuntern, einen antreiben, Dinge zu tun, die einen glücklich machen.
Der Gedanke, der dahinter steckt ist im Grunde sehr schön – lebe und genieße! Mache Bungeejumping, Reise um die Welt, nimm einen neuen Job an, rieche an der Blume, ruf deine Freundinnen an!
Ja!
Tut das!
Macht es!
Genießt es!

Aber leben, als wäre es das letzte Mal?! Ich finde das anmaßend!


Egoistisch in den Tod

Ich bin mir sicher, dass ich meinen letzten Tag nicht an einem Gummiseil in der Tiefe baumeln möchte oder nach Barcelona fliegen und Tapas essen möchte.

Ich möchte meine Lieben drücken und sie nicht mehr loslassen, ich will dann nicht reden, sondern die Nähe und Liebe spüren, die wir alle brauchen in guten wie in schlechten Zeiten – das worauf es eigentlich ankommt, täglich, das was wir zum Leben brauchen und was im Alltag manchmal unter geht.

Das ist aber nur meine Wunschvorstellung! Das muss jeder für sich selber entscheiden – und mal ehrlich, wie oft oder wie „real“ denken wir darüber nach, was man am aller letzten Tag gerne tun würde…?!

Und wenn man dann darüber nachdenken muss…?!

Wenn man nur noch eine Woche hat?!

Nein, wir haben unseren Kindern vor meiner OP nicht gesagt, was ich habe und wie kritisch es sein könnte. Ich habe mich auf einen meiner Ärzte verlassen, der mir versprochen hat, dass ich die OP überleben werden (Danke lieber Herr Dr. B. - ihre Worte, so wenige und doch begleiten sie mich bis heute).

Ich habe Abschiedsbriefe geschrieben – auch an meine Kinder und das war das verflucht härteste, was ich mir selber jemals angetan habe.

Was schreibt man seinen Kindern, wenn man nicht weiß, ob man sie noch einmal sehen wird? Wenn man weiß, man wird ihr Leben verpassen? Wenn man alles sagen will und nicht genug Worte hat für etwas, das Zeit bräuchte und Nähe und Liebe?!

Es war/ist ein sehr kurzer Brief, weil es einfach nicht geht, sein geballtes Muttersein auf Papier zu bringen. Ein Papier, dass sie den Rest ihres Lebens bis ins Erwachsensein begleiten würde, der das Kind jetzt tröstet und den erwachsenen später noch Tiefe gibt.

Kann man so etwas überhaupt schreiben?

Und ja mir kam der Gedanke – wie fair ist das eigentlich?

Ist es fair, Worte zu hinterlassen, die einen Menschen ein ganzes Leben lang prägen können ohne abschätzen zu können, in welche Richtung man den Menschen damit schickt?! Ohne etwas tiefer erklären zu können, etwas das einen berührt und immer passt und hilft…?!

Ich lebe in keinem Roman, in dem der Protagonist getragen von einem Abschiedsbrief durch die Untiefen des Lebens irrt und dank präziser und wunderbarer Worte zu sich und seinem Glück findet. Ich wäre das in manchen Momenten gerne, aber ich bin es nicht.

Versteht ihr, was ich meine? Etwas Unwiederbringliches auf Papier zu schreiben oder zu sagen, dass einen anderen Menschen frei geben soll und doch gleichzeitig fesseln kann für den Rest des Lebens… das Leben des eigenen Kindes?!

Nehme ich nicht mit dem Versuch, so etwas zu formulieren auch etwas weg - nämlich die Entscheidung, wie meine Kinder eigentlich mit meinem Verlust umgehen wollen… können… müssen… sollten…

Wie macht man es richtig?
Tod geht auch nicht perfekt!

Und wenn man ein paar Monate hat?

Nun, ich habe die OP überlebt! Danke!!!

Und wie geht es weiter und wie lange? Was wäre, wenn ich nur noch ein paar Wochen hätte? Doch Bungeejumping, Barcelona, Kaffeetrinken und Blumenschnuppern?!
Ja!

Und wie verbringt man die letzte Zeit mit seinen Kindern?

Ist es fair, die Zeit intensiv zu nutzen? Viele schöne Momente zu kreieren – vertiefe ich nicht den Schmerz, wenn nach einer solche intensiven Zeit, ich dann doch gehen muss. Ist es egoistisch, wenn ich sie bei mir haben will? Leiden sie nicht viel mehr, wenn sie meinen Verfall sehen?

Oder verschweige ich meinen Zustand und das absehbare Ende, das kommen wird? Überspiele ich die Situation und lasse sie vielleicht so sogar alleine in ihrer Verwirrtheit, die mich als Erwachsene schon ganz wahnsinnig macht?

Ist es fair Distanz zu schaffen, damit der Abschied leichter fällt?! Macht es das nicht auch noch schlimmer?!

Wie traumatisiere ich meine Kinder am wenigsten? Was für ein Gedanke?
Was für eine Wahl habe ich?

Es tut mir leid, wenn ich euch an dieser Stell keine Lösung anbieten kann. Denn wie immer, wenn es um persönliche Belange geht, ist die Lösung oder der Weg so individuell wie die Situation und die einzelnen Menschen.
Das, was für das eine Kind richtig wäre, ist für das nächste das fatal falscheste, das man hätte tun können.

Es gibt aber Trauerberatung, sogar speziell für Kinder und wäre meine Situation aussichtloser gewesen, hätte ich mir dort Hilfe geholt.


Im Jetzt sein

Und wenn ich das Ende nicht kenne?

Ich lebe noch! Immer noch! Finde ich total gut und ich WILL, dass sich das nicht ändert! Der Krebs kann immer noch jederzeit wiederkommen und mit der Zielfahne wedeln, … oder etwas Anderes… oder gar nichts oder…

Ich lebe wieder im Jetzt und nicht in der nahenden Endlichkeit… „normal“. Denn in der Normalität kennen wir das Ende alle nicht.

Ja, man kann beim nächsten Einkauf einen Autounfall haben, aber daran muss man nun wirklich nicht jeden Tag denken und je weiter wir das wegschieben können, umso schöner!

Aber ich habe die Zielfahne ziemlich dicht vor der Nase gehabt und einen Hauch der Ahnung bekommen, wie mein letzter Tag sein sollte! Ganz egoistisch! Nur für mich!

Ich weiß aber, dass das Leben zu leben, als wäre es dein letzter Tag, nicht jeden Tag wie am letzten Tag funktioniert, nicht funktionieren kann, denn entgegen des Sinnhintergrundes des Spruchs motiviert einen nicht der Gedanke, dass morgen alles vorbei sein könnte, sondern lässt einen erstarren und egoistisch werden.
Der Tod ist zwar egoistisch – aber man hinterlässt geliebte Menschen nicht bewusst und mit gutem Gewissen mit seinem eigenen Egoismus.

Also weiterleben!

Und genau das ist so wahnsinnig wichtig – das Leben, der Alltag, die Aneinanderreihung von allen Facetten des Lebens, die Essenz der intensiven Momente und die Auseinandersetzungen, auch das Unschöne.

Und das Leben mit meinen Kindern genauso wie es ist, die Schultasche in der Ecke, die zum Aufräumen gemahnt wird, genauso wie die 5e mal grade sein lassen, die Nähe und das gehen lassen und die natürliche Abnabelung der Kinder, mit Blick ins Jetzt und in die Zukunft.

Ich wollte in der langen Genesungszeit nichts lieber, als den Alltag wieder normal begehen zu können, denn ich konnte sehen, dass genau das meinen Kindern auch Sicherheit gegeben hat – Routinen sind so ein wichtiger Rahmen in so wirren Zeiten.

Mir wurde die Zeit geschenkt und hoffentlich noch lange weiterhin, den Alltag und das Jetzt zu leben und auch dem Abschied noch Zeit zu geben.

Ich habe den Abschiedsbrief an meine Kinder nicht verändert. Denn auch mit der Zeit habe ich noch immer keine passenden Worte gefunden, mich zu verabschieden für immer.

Aber ich habe Wünsche für sie:

ich wünsche ihnen Menschen in ihrem Leben, an die sie sich jederzeit wenden können
ich wünsche ihnen, dass trotz aller Widrigkeiten, sie niemals die Schönheit und die Magie des Lebens vergessen
ich wünsche ihnen die Stärke aus sich selber, den Weg aus dem Dunklen zu finden
und ich wünsche ihnen Liebe und Zeit

Und ich verabschiede mich jeden Tag von ihnen mit einem Kuss und einer Umarmung und den Worten:

Mach's gut! Viel Spaß! Pass auf dich auf und komm' heil' wieder nach Hause! Ich liebe dich!


Es ist so leicht und doch manchmal so schwer!
Lebe dein Leben, als wäre es normal!
Und genieße es!

25. Mai 2016

Ab jetzt müsst ihr lesen!

Ich habe mich verändert

Mein Blog ist schon länger kein reiner Kreativblog mehr und ich denke seit einer ganzen Weile darüber nach, was ich damit anstellen soll. Denn ich will nicht aufhören zu bloggen. Darüber bin ich ja schon seid einer Weile (Look this POST) hinweg.

Die Zeiten der bunten Kinderkleidung sind aber nun mal lange vorbei.
Stickdateien bringe ich nur noch selten raus… vielleicht gar nicht mehr (ein anderes Thema). DIY-Themen bekommen andere fotogener und inspirierender besser hin als ich – zumal ich einfach nicht der Typ bin, der sich alles selber machen muss.
Auch wenn ich in „Wow, ist das cool, das will ich auch!“ ganz ganz groß bin, will ich das eigentlich nicht, also nicht hier, nicht jetzt, nicht für mich… also mag ich niemanden damit zuposten für mehr Klicks und Abonnenten, wenn ich da nicht hinter stehe…


Also mehr schreiben!?

Über Dinge, die mich interessieren, bewegen und wovon andere vielleicht auch noch etwas haben…?!
Wie nennt man das dann?! Lifestyle? Tagebuch? Textblog? Kolumne?

Einen Leseblog?

Also ein Textblog, den man lesen muss, weil die Bilder dazu nur für den Augencatcher und als Anbiederer in der Postvorschau erscheinen?!

Da wird jetzt aber meine Abonnentenzahl rapide sinken, wenn ich das durchziehe.
Weniger bunt und lustig. Mehr Alltag und Gedanken?

Aber sinkt das Interesse nicht eh, wenn ich so viel weniger poste, weil ich einfach kein kreatives Thema mehr habe?!

Lesen Menschen denn noch? 

Ich lese auch nicht jeden Blog – meist locken mich die Fotos, wenn ich dann sehe, dass in dem Post viel Text ist, bin ich meist selber abgeschreckt.
Einige gut besuchte „Textblogs“ haben mich auch nie interessiert, obwohl sie jeder zu lesen scheint.
Mööp!

Trotzdem habe ich einige Textblogs in meinem Blogroll und einige wenige lese ich tatsächlich regelmäßig in voller Postlänge.

Lesen ist so… zeitaufwendig… will das noch jemand – Zeit investieren?

Mir doch egal!

Nein ernsthaft: der Blog macht mir Spaß und ich habe das Bedürfnis, ihn weiter zu bedienen und ich habe auch die Hoffnung, dass ich noch immer Leute damit ansprechen und inspirieren kann.
Nur hat sich meine Perspektive verändert.

Zu warten, bis ich Oma werde, um wieder mit bunten Kindersachen aufzuwarten, ist einfach (hoffentlich) noch zu weit entfernt.
Also mache ich das, was ich auch mal konnte, damals, als ich noch jung war... und übe mich wieder im Schreiben.

Kleiner Himmel kann ja alles sein! Bunt, gehaltvoll, sinnentleert, herzzerreißend, langweilig, erwachsen, kindisch… what ever…

Es werden nun also öfter Posts folgen mit viel Text und viel Herz, die dann vielleicht manchmal nur noch inhaltlich bunt sind und ich bin gespannt, ob ihr mir folgt…


19. Mai 2016

2 Jahre - 1 Häkeldecke - und was macht ihr so?

2 Jahre häkeln

Ich habe natürlich nichts Anderes gemacht, als die letzten 2 Jahre täglich stundenlang zu häkeln!
Nicht!

Natürlich gab es Pausen, große Pausen! Im Sommer zum Beispiel habe ich gar nicht an der Decke gehäkelt, weil mir die "Masse" anbei zu warm wurde.
Zwischendurch habe ich auch andere Dinge gehäkelt, wie Stulpen, Puppen oder einfach nur sämtliche Granny Squares ausprobiert.

Und natürlich habe ich nicht „nur“ gehäkelt, sondern auch noch gelebt!
Und eigentlich ist die Decke jetzt auch schon seit 3 Monaten fertig, aber im Wust des besagten Lebens bin ich nicht zum Herzeigen gekommen.

Warum nur?!

Zugegeben, es ist auch nicht unbedingt die einfachste Aufgabe gewesen, als Häkelbeginner (also die Sorte Mensch, die in der Schule an Topflappen gescheitert sind, weil die Topflappen eher Schweizer Käse glich, als einer kompletten kleinen quadratischen Fläche mit Aufhängenübbel) direkt eine Decke in Metermaßen machen zu wollen.

Ich brauche aber Herausforderungen… manchmal… und ich wollte eben jenen Löchern entgegenwirken, indem ich stupiden einfaches Maschen häkeln übe, um eine Gleichmäßigkeit und Routine zu bekommen.
Abgesehen von ein paar Fehlern (die in der Größe nun wirklich nicht mehr auffallen), möchte ich nun behaupten, dass ich ein routinierter Häkelanfänger bin!

Nun aber…

… ist sie fertig – eigentlich!

Zumindest hat sie die Maße, die ich haben wollte – da hatte ich die Decke aber noch für ein anderes Bett geplant.
In 2 Jahren kann sich ein Plan schon mal ändern… oder zweimal… oder dreimal…
Jetzt ist sie also eigentlich fertig – aber mit 200x160 cm zu schmal für das Bett, auf der ich sie gerne hätte.
Also werde ich noch ein paar Grannys häkeln und sie nach und nach anfügen, bis sie dann die neu geplante Maße von 200x200 cm hat… ich melde mich dann wieder – so in 3-4 Jahren mit dem Endprodukt!

Und woran arbeitet ihr gerade fleißig?
Habt ihr auch so Langzeitprojekte?

8. Mai 2016

Geh mir wech mit Muttertach!

Googel hilft

Warum der Vatertag dieses Jahr vor dem Muttertag war, habe ich inzwischen gegoogelt.

Weil nämlich Muttertag immer am zweiten Sonntag im Mai stattfindet, Vatertag aber abhängig von Christi Himmelfahrt und Christi Himmelfahrt abhängig vom Mond wegen des Pessachfestes und Ostern und der Welt, das Leben, die Gezeiten, die Ursuppe…  – weil es eben so ist dieses Jahr!

Ich hatte das nicht mitbekommen! … und mich erst einmal bei meiner Mutter beschwert am Telefon, was das denn für ein Mist wäre… Vatertag VOR Muttertag!

Geht ja gar nicht!

Von Maria und Marie oder Ann und Anna

 Beim googeln für den Vatertag, habe ich dann auch mal gegoogelt, ob die Blumenindustrie nun wirklich schuld am Muttertag ist – Wikipedia sagt „Ja!“ -  ist sie - ein bisschen… eigentlich sind die Amerikaner schuld!

Besser gesagt, die Tochter einer Amerikanerin namens Ann Maria Reeves Jarvis. 
Ann Maria gründete nämlich einen Mütterfriedenstag, um Söhne nicht in den Krieg schicken zu müssen, im Zuge der Frauenbewegung um 1870 und ihre Tochter Anna Marie (na, habt ihr die Namensänderung bemerkt?!) gedachte ab 1907 dann dem Todestag ihrer Mutter Ann Maria, zu ehren aller Mütter!

Das Ganze breitete sich aus, wurde kommerziell (was Anna Marie dann nicht mehr gut fand), schwappte nach Deutschland über, wo es kluge Blumenladenbesitzer aufgriffen und schwupp seitdem bekommen wir Mütter Blume, Küsse, Geschenke und kuchenhungrigen Besuch.

Und ich mache nicht mit! 

SO!
Blumen kaufe ich mir lieber selber – ich mag nämlich am liebsten Ranunkeln – die gibt’s es zwar zurzeit noch, aber das vergessen immer alle, dass Ranunkeln meine Lieblingsblumen sind!

Küsse fordere ich regelmäßig sehr unpädagogisch grundsätzlich ein! So rein dogmatisch!

Geschenke? Aus dem Alter der selbstgemalten Bilder sind meine Kinder inzwischen auch raus, was sollen sie mir schenken?! Blumen?

Und Kuchen backt meine große Tochter 10-mal besser als ich!

Und was mache ich?

Ich schlafe heute aus!
Pause vom Muttersein!
Sollen doch alle anderen feiern – ich nehme mir heute Mutterpausentag!

In diesem Sinne:


Einen wunderschönen Muttertag!



1. Mai 2016

Wandelmonat April - ein privater Rückblick

Ich melde mich zurück

Nach einem Monat, der ungeplant verplant und unbedeutend bedeuntgsvoll war...
Mit demApril sollte nach einem turbulenten Jahresstart eigentlich der Alltag wieder ruhiger und überschaubarer werden. Im Prinzip ist er das auch, aber so launisch wie der April im Wetter gerne ist, so war er es auch im Alltag.

Es gab wunderschöne sonnige Morgende...

Gefolgt von Schneematsch und Hagelstürmen...

Bis die Strassen danach wieder unter der Sonne zu dampfen begannen...


So auch im Leben


Es gab eine Hochzeit direkt zu beginn des Monats in Übersee, an der wir leider nur im Herzen teilnehmen konnten...


Es gab viele Pausen, weil mein Körper auf Auszeit geschaltet werden wollte...

Und es gab einen Abschied von unserer geliebten alten Dame...



Aber wie sagt man so schön:

Alles Neue macht der Mai!!


 Also auf in einen neuen Monat!


7. März 2016

Hätte, hätte, Fahrradkette!

Nichts - Niente - Nada - Nothing

Ich habe es geschafft – trotz Vorankündigung, meine Erfahrungen aus dem Theaterbereich mit euch zu teilen, um für den Karneval gewappnet zu sein und meinem großen Bedürfnis, den lustigen bunten Bonbonwerfern einfach stoisch zu ignorieren – genau das zu tun:

Ich habe nicht gebloggt – nichts – niente – nothing – nada!

Weniger, um Mr. Anti-Alaaf zu promoten, sondern, weil ich wirklich wirklich tief in Kostümen und Tiermasken vertieft war und mir so manche Nacht um die Ohren geschlagen habe… bis ich eigentlich fertig war, nur noch das schnell überarbeiten…. oder jenes doch noch schnell zu optimieren…. und dann musste doch noch etwas repariert werden… - wie das eben so ist!

Stolz

Es war aber genauso bereichernd, wie stressig und es ist ein tolles Stück geworden, das allen viel Spaß gemacht. 
Und ich bin stolz! 
Auf das, was ich geschafft habe. 
Auf meine Tochter, die wunderbar gespielt hat (so überzeugend, dass es aahs und ooohs und …. ohje, ein weinendes Kind gab, nach einer „Prügelszene“ ;) … huch).
Auf die ganzen kids in der Klasse, die ein richtig gutes Stück auf die Bühne gestellt haben und sogar gesungen haben.
Ich bin immer wieder hellauf begeistert, was unsere "Kleinen" können, wenn man sie lässt... und vielleicht auch manchmal ein bisschen antreibt.

Produktivität

Wie das so ist im Kreativprozess, sind die anfänglichen Ideen anders, als das Endprodukt – so habe ich drei Tigermasken gemacht und dann wurde doch das Gesicht geschminkt, dafür war ich stundenlang mit 20 Paar Affenohren an der Nähmaschine gefesselt – kein Wunderwerk der Kreativität, aber zeitraubende Fließbandarbeit.

Zwischendurch hatte ich aber auch etwas Hilfe und ein paar sehr lustige, schöne Stunden mit anderen Mamis beim Elefantenmasken basteln.

Inspirationen

Nun kann ich euch leider nicht mehr für Karneval inspirieren und bis zum nächsten Jahr warten mit meinen Ergebnissen, ist auch zu weit hin. Deshalb als Resümee nun ein paar Impressionen aus den vergangenen Wochen – so als Beweis, dass ich nicht untätig den Blog vernachlässigt habe….

Vielleicht könnt ihr ja doch inspirativ für eure nächste Maskerade etwas mitnehmen!
Einiges an Inspirationen habe ich mir natürlich auch im Netz abgeschaut und Pinterest war mal wieder ein Quell an Ideen - wer mag, kann sich gerne mal auf meiner Theater-Pinwand oder den anderen Boards umschauen.


Ein paar Tipps und Einblicke


Für größere Pappmachee-Masken, benötigt man erstmal ein "Gerüst".
Dazu habe ich dicken Draht für die grobe Form genommen und dann das ganze mit Pappstreifen geformt, bevor das eigentlich Pappmaschee dran kam.

Der Kleister sollte nicht zu wässrig sein. Ich habe zwei Portionen Kleister zu einer Portion Wasser gemischt. Das ist sehr breiig, aber hält sehr fest udn trocknet schneller.
Es gibt auch Pappmaschee-"Matsche", die man sogar schleifen und schneiden kann, wenn sie getrocknet ist, aber das Zeug ahbe ich nur einmal ausprobiert und als "gesundheitsgefährdent" eingestuft.
Es staubt beim anrühren extrem und für die perfekte standahfte Mixtur bedarf es sehr viel Feingefühl. Für Arbeiten mit Kindern gänzlich ungeeignet, zumal es auch mindestens 1-2 Tage vorher schon angerührt werden muss.

Angemalt habe ich die Masken mit normaler Acrylfarbe.

Am Bühnenbau war ich nicht beteiligt, außer ein paar Aufgaben zu verteilen ;).


Dafür war meine komplette Wohnung in eine Werkstatt mutiert, inklusive Federn und Fell an allen mögichen und unmöglichen Orten.

Die Ohren habe ich ebenfalls zuerst aus Draht geformt und dann Fell und Stoff mit der Heißklebepistole befestigt.

Ein paar simple Masken mussten auch "nur" bemalt werden.

Die größte Herausforderung stellten die Elefantenmasken dar, da die Kinder ja unter den Masken auch "zu hören" sein mussten.
Auch hier wieder viel Draht. Und damit die Ohren schön schlackern, wurde der Draht dort nur mit Stoff umnäht.
Für einen guten Halt und damit es nicht zu sehr drückt, sind die Masken innen noch mit Schaumstoffstreifen ausgepolstert worden.

20 Paar Affenohren  - hier ein Probeteil an mir ;) - einfache Stirnbänder.


Und zum Schluss habe ich noch schnell Wolfsmasken zu den Ohren gebastelt.

Die ist nur ein teil, der Dinge die ich gewerkelt habe, den Rest habe ich schlichtweg vergessen, zu fotografieren.

Wenn man nicht gerade in großen Mengen arbeiten muss, macht das ganze auch viel Spaß und geht relativ schnell - also versucht es ruhig einmal - mit Draht und Pappmaschee kann man so tolle Dinge zaubern!!!




14. Januar 2016

Eigentlich geht es mir gut...!

Raketenstart

… oder auch nicht!
Schon Ende des letzten Jahres war abzusehen, dass der neue Jahresbeginn ziemlich voll und ereignisreich werden würde – und das so ziemlich auf allen Ebenen des Lebens.

Deshalb war ich eigentlich auch ziemlich gut in der Planung für alles – sogar einen Blogplan hatte ich mir schon erstellt, voll gepackt mit Themen, Projekten und Ideen.




Planung

Dann kam mein zweiter Vorname in die Planung: … eigentlich
Ich weiß nicht, ob ich das Wort „eigentlich“ lieben oder hassen soll…?!
Eigentlich stößt es immer alle meine Pläne um, aber eigentlich kommt auch immer etwas Gutes dabei raus…
Ich ärgere mich aber schon, dass mein Blogplan so gar keine Selbstfindung bis jetzt erlangt hat.

Eigentlich

So hatte ich mir eigentlich vorgenommen, Socken häkeln – jaja häkeln, nicht stricken (Stricken lerne ich erst 2017) – zu lernen.
Passend dazu, wollte ich euch meine 1,60 x 2,00 m Häkeldecke zeigen, die nun endlich fertig ist.
Dieses Jahr wollte ich analoger werden und habe mir einen Kalender zugelegt – so einen echten, mit Blättern, zum reinschreiben und ein paar Ideen zur Organisation und Handhabung… eigentlich.

Das Projekt

Nunja, klar war auch, dass Anfang des Jahres ein Theaterprojekt in der Schule für meine Jüngste ansteht, bei dem ich mich gerne einbringen wollte.
Das habe ich schon bei meiner großen Tochter sehr gerne gemacht und habe mich nun sehr darauf gefreut. Und hey, kein „eigentlich“ – das ist wirklich so.

Nur dass das Projekt ein bisschen größer für mich geworden ist, als geplant… oh,…. Mist… doch ein eigentlich… - aber ein gutes „eigentlich“.
Nur leider bleibt mir nun wenig Zeit für andere Projekte.

 

Ankündigung

Entgegen meines eigentlichen Plans, wird es nun erst einmal keine Häkelsocken geben und keine weltumstürzenden Organisationsplanungen, sondern unregelmäßige Reports von meiner Projektarbeit für das Theaterstück.
Was habt ihr davon… - nun ja, Karneval nähert sich.  

Eigentlich eine „Phase“ die ich gerne stillschweigend aussitze, aber da ich vermutlich ein paar Masken basteln werde, kann ich euch da gut mitnehmen und vielleicht ein paar Tipps geben demnächst.
Muhahahaaaaa – ich und Tipps für Karnevalisten… das wird, als ob ich einem Pferd das Stricken beibringen wollte… muhahaaaha…

Also eigemtlich wird alles gut - wenn auch anders als geplant!
Und? Welche Pläne habt ihr bis jetzt schon umstürzen müssen im frischen neuen 2016?