6. Dezember 2016

IST-Stand und Männerschnupfen

Tastaturtasten

Irgendwie bekomme ich zurzeit nicht die Bloggerkurve – ich habe schon einige Posts geschrieben – aber nur im Kopf – an die Tatstatur habe ich es noch nicht wirklich geschafft.



Am Anfang – also seitdem ich aus dem Krankenhaus wieder Zuhause bin – klappte das noch nicht so gut mit meinem Arm. Denn nach drei OPs und zweimal Wundheilstörung und dementsprechend den Arm für über 2 Monate stillhalten müssend, ist nicht nur meine Muskulatur quasi nicht mehr vorhanden, inzwischen bin ich aus dem „schreiben“ auch einfach raus.

Ich muss mich nun also an allem langsam wieder herantasten – auch an die Tatstatur.

Ist-Stand

Erst einmal mein Ist-Stand – ich bin erkältet… ich habe Männerschnupfen – nicht ganz richtig, ich bin schon wirklich sehr heftig erkältet, aber meine Tochter meinte, dass Krebs, 3 OPs und ständige Komplikationen mich kalt gelassen hätten, aber zwei Tage Schnupfen und Hustenreizanfälle, mich zu einem Jammerlappen gemacht hätten. Ich lass das mal so stehen…

(... lustig - genau diese Socken habe ich gerade während des Postingsschreiben auch an - Knutscha an Uschi)

Ich finde Erkältungen einfach blöd und hasse es, wenn ich nichts riechen kann.

Dicht

Der andere Ist-Stand – ich bin dicht!

Anders ist es nicht auszudrücken.

Seit ein paar Wochen habe ich keine Löcher mehr am Körper, die dort nicht auch hingehören.
Ich habe zwar noch immer übertriebene Horrorvorstellungen von aufreißenden Narben, wenn ich einen Hustenanfall habe, aber das ist wohl nur meinem phantasievollen verschleimten Hirn zu verdanken – Gott sei Dank!
Die Schmerzen halten sich in Grenzen, aber ich bin froh, wenn ich nicht mehr im Sitzen schlafen muss (also halb aufgerichtet, damit kein Zug auf die Naht kommt) und ich vielleicht irgendwann einmal wieder in ein paar Monaten, mich auf die Seite drehen kann im Bett. Ansonsten nehme ich jetzt auch das Tamoxifen – das viele Brustkrebspatienten nehmen und warte noch auf dessen Nebenwirkungen – falls es überhaupt wirkt bei meinen Leberproblemen – aber das ist ein anders Thema.



Vorbei ist der Heilungsprozess noch nicht mit Physiotherapien, Lymphdrainagen und anderen abklärenden Untersuchungen. Aber wenn man einmal Krebs hatte, ist das ein ewig begleitendes Thema, nun einmal mehr…

Von Spülmaschinen und Engeln

Ich bin noch immer stark eingeschränkt indem, was ich machen kann, da mein Arm durch die Naht und die ganzen Komplikationen nicht belastbar und stark bewegungseingeschränkt ist - Spülmaschine einräumen geht inzwischen – Autofahren wird wohl noch eine Weile dauern.

Meine Mama ist mal wieder wie ein wirbelnder Schutzengel unterwegs und macht alles für mich und meine Familie – ich habe unfassbares Glück mit meiner Familie, dass hier trotz aller Widrigkeiten alles so gut läuft.

An dieser Stelle ein dickes DANKE vor allem an meine Mama!

Blog und Krebs

Nun ja, das Krebsthema wird dem Blog noch eine Weile erhalten bleiben – ich weiß zwar nicht, ob so kurz vor Weihnachten jemand überhaupt etwas davon hören will, aber so ist es nun mal…

(Die Patchworkdecke macht mich nun Zuhause glücklich - auch wenn es ein Tröster... oder besser ein Arschtritt von der lieben Simonee/Pamamone ist - fettes Danke...!!!)

Zumindest kann ich die Weihnachtszeit genießen und hoffe, dass es euch auch so geht!

Genießt die Lichter, das Funkeln und die Weihnachtsdüfte (vor allem die Düfte für mich mit, da ich ja nichts riechen kann!) und habt euch alle lieb!!!


23. Oktober 2016

Kurz Zuhause bis zur nächsten OP

Ein Monat lang Krankenhaus!

Ein Monat lang mit heftigen Aufs und Abs!
Ein Monat lang um 6 Uhr geweckt werden!

Ein Monat lang jeden Tag auf’s Neue hoffen, dass man bald wieder Zuhause ist!
Jetzt bin ich Zuhause – erst einmal… - nächste Woche muss ich aber wieder zurück ins Krankenhaus und werde noch einmal operiert.


Prognose und Therapie

Ja, die Brust ist ab und die Histologie und Therapie ist inzwischen auch bestimmt.

Ich brauche keine Chemo – das ist das Beste und Wichtigste für mich, denn mein Körper funktioniert nicht wie ein normaler und gesunder Körper und eine Chemo wäre eine stärkere Belastung geworden, als eine Chemotherapie eh schon für einen Menschen ist.
Da meine Brust komplett abgenommen wurde, ist auch nichts mehr da, was man bestrahlen müsste und da meine Histologie der Tumore (1 Primärtumor, 4 Metastasen) für alle gilt und sehr positiv zu bewerten ist, bekomme ich “nur“ Tabletten. Die haben zwar auch einiges an Nebenwirkungen, aber meine Prognose mit dem Brustkrebs ist sehr gut und wie das Medikament dann auf mich wirkt, werde ich noch sehen, da ich mit der Therapie noch nicht anfangen konnte.

Klingt doch gut – ja, das ist es auch, a b e r ich kann ja nicht einfach nur Brustkrebs bekommen…

Einfach nur Krebs hätte auch gereicht

Nach der Brust-OP gab es ein paar Komplikationen. Als erstes schmierten meine Blutplättchen ab, sie waren plötzlich sehr niedrig – eine leichte Gerinnungsstörung habe ich schon seit den anderen OPs mit der Bauchspeicheldrüse und der Leber, nun waren die Ärzte aber doch ein bisschen mehr beunruhigt. Das hatte zur Folge, dass ich Einblutungen im Operationsbereich hatte und zwar in der Form, dass ich zwei Tage nach der ersten OP ein zweites Mal operiert werden musste, um die Blutungen zu stillen.
In Kombination mit meinem Diabetes, einer massiven Pflasterallergie (auf Grund dessen ich leichtes Fieber bekommen hatte) und der zweiten OP, meinte meine Wunde dann nicht zu wachsen zu wollen – Wundheilungsstörung!

Klang bis dahin relativ harmlos für mich – wächst halt die Haut nicht so schnell zusammen… - heißt bei mir aber, dass sich fast die komplette Naht gelöst hat und ich nun – ja immer noch nach inzwischen 5 Wochen – immer noch eine offene Naht habe. Die Details erspare ich euch – aber ich gestehe, mir als nicht Medizinerin, die kein Blut sehen kann und bei Filmen mit entsprechenden Szenen IMMER die Augen zu hat, hat das ziemlich zu gesetzt, so dass ich überhaupt nicht mehr hingeschaut habe beim Verbandswechsel…

Von Wünschen, die man besser sein lässt

Wundheilungsstörung bedeutet Geduld.
Hätte ich mir mal nicht letztes Sylvester als Vorsatz genommen, mich dieses Jahr in Geduld und Gelassenheit zu üben – die Challenge die mir dafür auferlegt wurde, fand ich jetzt ein bisschen übertrieben!

Erst einmal musste der Gewebeabbau des Körpers abgewartet werden, dann musste die Wunde gereinigt werden. Auch diese Details erspare ich euch – zu guter Letzt wurde mir eine Vakuumpumpe in die Wunde gelegt, um die Wunde sauber zu bekommen und das Gewebe komplikationslos nachwachsen kann.

Nun ist die Wundfläche so groß, dass die Wundränder nicht von alleine wieder zusammenwachsen können, also muss ich noch einmal operiert werden. In der Hoffnung, dass mein Körper mal alles anders macht als normal (also mein Normal ist immer anders) und einfach mal anders und somit normal reagiert und nichts mehr schiefgeht. Kann mir jemand folgen?!

Ich bin dann erst einmal wieder weg!

Drückt mir bitte die Daumen!


1. Oktober 2016

Brustkrebs ist...

Brustkrebs ist...

... wenn sich eine deiner Drainagen löst und Saug- und Schmatzgeräusche von sich gibt, so dass die Schwestern vor lachen zusammenbrechen. 

... wenn deine Krankengymnastik für EINEN strafferen Busen sorgt. 

... wenn du zärtlich nur noch Dromedar gerufen wirst. 

.... wenn das erste Bild aus dem Urlaub deines Bruders ein Victoria Secret BH ist.
... wenn du eine Wundheilstörung hast und dir "einfach nur mal Krebs" auch gereicht hätte. 

14. September 2016

Fuck Cancer - Krebs hoch3 - Brustkrebs Diagnose


„Es tut mir leid, es ist doch nicht so harmlos, wie wir dachten, es ist leider ein Brustkrebs!“

Eigentlich hätte ich nicht damit gerechnet, das mal zu hören, denn in meiner Familie gab es bisher keinen mir bekannten Brustkrebs.

Nicht, dass ich nicht noch einmal damit gerechnet habe, dass ich Krebs bekomme – nachdem ich 2009 ja bereits Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte und 2012 von diesem Metastasen in der Leber hatte, rechne ich immer wieder, dass das Arschloch (!) wieder kommen kann – Brustkrebs hatte ich nicht auf dem Schirm.
Aber leider schützt eine Krebsart nicht davor, auch noch einen anderen Krebs zu bekommen.

Deshalb war ich bei der Diagnose mehr überrascht als geschockt.

Mal wieder ist das Glück mit mir, denn bei normalen Untersuchungen war meine Brust unauffällig.
Ich habe eine sehr zystische und gewebereiche Brust und mit meiner Krebsvorgeschichte sind die meisten Ärzte besonders Aufmerksam bei mir – ich übrigens auch.



Das ist wohl ganz gut so, dass ich auch bei kleinsten Knubbelchen mal eben das ganze von der Gynäkologin abchecken lasse.

Beim Duschen hatte ich drei Knötchen getastet, die ich noch nicht kannte, so dass ich mir direkt einen Termin bei meiner Gyn hab geben lassen.
Im Ultraschall sah dann ein Knoten nicht nach Zyste aus und um sicher zu gehen, schickte mich meine Gyn zur Senologie, die mich schon von ein paar anderen Zystenintermezzos kannten.
In der folgenden Mammographie konnte auch nichts wirklich festgestellt werden, allerdings wurde, um sicher zu gehen, eine Biopsie gemacht.

Das Ergebnis: Brustkrebs!

Es folgten MRT, CT, Szintigraphie und eine weitere Biopsie, die zeigte, dass zwei weitere Herde bereits in der Brust sind.

Wenn ihr das hier lest, bin ich vermutlich im Krankenhaus und wenn ich wieder nach Hause komme, habe ich eine Brust weniger und hoffentlich wieder ein bisschen mehr Leben gewonnen.
Wie es mit der folgenden Therapie ausschaut, weiß ich erst, wenn alle Ergebnisse auch die von der OP zusammen gekommen sind.

Es scheint nicht der aggressivste Krebs zu sein und auch noch nicht ganz so fortgeschritten, so dass alles ganz gut aussieht, aber gegen ein paar Däumchen, Kerzen und Gebete habe ich nichts einzuwenden!

BITTE

Mal abgesehen von den Däumchen, Kerzen und Gebeten, schreibe ich diesen Post aber, um euch dringendst zu bitten – PASST AUF EUCH AUF!

Tastet eure Brust ab – hier ein Link zu einer Beschreibung.
Es gibt auch Videos bei YouTube dazu und viele Krankenhäuser und Frauenzentren bieten Seminare zum Brust abtasten mit Dummies an, oder fragt bei euren Frauenärzten nach!!! Kümmert Euch!

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart, an der Frauen in Deutschland sterben, aber Brustkrebs ist auch der besterforschteste Krebs und die Heilungschancen werden immer größer, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Ihr könnt aktiv helfen, auf euch zu achten!

Geht regelmäßig zur Vorsorge!
Tastet euch selber regelmäßig ab!
Lasst auch Kleinigkeiten von euren Gynäkologen abchecken!
Brustabtasten tut nicht weh!
Mammographien sind nur etwas unangenehm!
Selbst die Biopsien sind kaum schmerzhaft!

Obwohl oder vielleicht gerade weil ich schon einmal (zweimal) Krebs hatte, bin ich das beste Beispiel dafür, dass es jeden treffen kann!

Und dass Krebs nicht sofort Tod bedeutet, dass werde ich euch dann demnächst zum dritten Mal zeigen!



Passt auf euch auf und genießt das Leben!

12. September 2016

DIY - Flattergdöns - Stoffmobile aus Resten

Der Sommer ist noch im Gange

Ich hätte nicht gedacht, dass es sich noch lohnen würde, eins meiner selbstgemachten Lieblingsüberflüssigkeiten von diesem Sommer zeigen zu können. Aber das Wetter ist immer noch – wieder – jetzt so schön, dass es fast zu einem DIY Tipp reicht.
Ein Windmobile aus Stoffresten.



Für draußen

Inspiriert von den Mobiles auf Pinterest habe ich mir meine Stoffrestetasche genommen und alles an regenbogenfarben in Streifen gerissen, was ich so finden konnte.
Metallringe habe ich noch ohne Ende hier liegen, die bekommt man aber inzwischen in fast jedem Bastelladen oder Dekoläden.
Die Stoffstreifen werden simpel an den Ring geknotet, eine Band zum Aufhängen angebracht und fertig. Auf den Balkon gehangen und flattern lassen und sich freuen!

Für den Abend habe ich noch eine dieser batteriebetriebenen kleinen Lichterketten um den oberen Kranz gebunden, kann man auf den Bildern nicht sehen, sieht im Dunkeln aber hübsch und stimmungsvoll aus.



Und für Drinnen

Das Ganze kann man natürlich auch einfarbig, mit Federn, Spitzenstoff oder Perlenketten machen, wer sich inspirieren lassen möchte, kann sich ja gerne mal auf meiner Mobile-Pinnwand von Pinterest umschauen.
(Pssst) – ist auch eine prima Kinderbeschäftigung ;) )

Für "Wetter" würde ich das Mobile aber immer wieder herein holen - obwohl es schon interessant wäre, was das Leben daraus macht - aber dann besser ohne Lichterkette...




Genießt die letzten Sommertage!

10. September 2016

Von kleinen Katastrophen und dem Braut-Notfall-Set

Sorry, für die schlechte Bildqualität - ich hatte das Geschenk fertig gemacht und vergessen, mich um ordentlich Bilder zu kümmern!

Trallala und Glitzer

Meine Hochzeit liegt nun schon einige Jahre zurück und war von den Festivitäten damals auch sehr sehr klein gehalten… fast schon minimalistisch.
Für uns war das genau richtig so, auch wenn ich Hochzeiten eigentlich liebe, bin ich lieber auf einer Hochzeit eingeladen, als dass ich sie selber habe.
Die Planung, die Aufregung und das ganze Drumherum… - mein kleiner perfektionistischer Mann im Ohr, würde mich ganz wahnsinnig machen. Die Ruhe, die ich in Planungen legen kann, wenn es nicht um mich geht, kippt in das totale Gegenteil, wenn ich für mich etwas plane.


So genieße ich es lieber eingeladen zu sein und kann dann in dem ganzen Trallala und Glitzer regelrecht aufgehen. Und was es nicht alles gibt… - ganz groß sind ja zur Zeit „Scheunen-Hochzeiten“, Candy-Bars, Fotoboxen und schon die Jungesellinenabschiede werden inzwischen mehrtägig in speziellen Partylocations abgehalten. Wow!
Nix für mich, aber trotzdem – wow!

Amazing

Nun steht eine etwas größere Hochzeit an, auf die ich mich sehr freue. Im Zuge meiner Pinterest-Recherche für Hochzeitsgeschenke, bin ich auf ein paar schöne Ideen gestoßen, die ich aber noch nicht verraten kann… weil ist noch geheim.

Irgendwann an „ihrem“ großen Tag bekommt die Braut die große Flatter und Panik, dass irgendetwas schief laufen könnte – aber muss nicht auch etwas schief laufen an solch einem Tag – sonst hat man ja nichts, seinen Enkeln zu erzählen oder?!
Ich könnte zum Beispiel von kaputten Weckern und platten Reifen erzählen…

Taschentuchalarm

Im Zweifelsfalle sollten die Brautjungfern und Trauzeugen alles im Griff haben, oder zumindest für den Notfall gerüstet sein – manchmal sind es aber auch nur Kleinigkeiten, die schief gehen können, wie löchrige Feinstrumpfhosen, Taschentücher oder Flecken im Kleid.
Genau für solche „kleinen“ Katastrophen gibt es das Braut-Notfall-Set.


Ab in die Ecke

Natürlich ist diese Idee geklaut bei Pinterest und wenn ich alle Ideen hätte aufnehmen wollen, die es dort so gab, hätte ich einen Seesack packen können – ich habe mich aber auf ein paar essentielle Dinge beschränkt und hoffe so, dass meine kleine Schachtel heute in irgendeiner Ecke steht, hoffentlich nicht gebraucht wird und wir alle einen wunderschönen Tag haben werden!

Ihr Lieben, genießt das spätsommerliche Wochenende, die Sonne und das Leben und vor allem die Hochzeiten – welche das auch immer sein mögen!



6. September 2016

5 Dinge die den Schotten als solchen an sich besonders machen - und mich ziemlich dumm haben aussehen lassen


Ich schulde euch noch etwas…
Und zwar wollte ich euch noch von ein paar Ungewöhnlichkeiten der Schottländer berichten – nun, das Leben treibt es gerade sehr bunt hier – dazu demnächst mehr – nun erst einmal mein Versprechen abarbeiten…


Gelangweilte Formel 1 Fahrer

Warum die Schotten nicht die besten Formel 1 Fahrer der Welt stellen, ist mir ein Rätsel.
Vielleicht ist die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 m/ph (etwas über 90 km/h) zu gering, um wirklich trainieren zu können, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Monte Carlo mehr an engen Kurven und Stress zu bieten hat als die schottischen Highland-Strassen, die ich bereits im ersten Schottland Post erwähnt habe.
Allerdings ist mir auch nicht logisch erklärbar, wie man ohne Rallye-Erfahrungen die vom Navigationsgerät vorgegebene Zeit für die Streckeneinheiten einhalten kann.

Vielleicht braucht es auch expliziter schottischer Navigationsgeräte für Ausländer, die neben den Kilometern, der Geschwindigkeitsbegrenzungen und einigen Eventualitäten auch noch Angst, Panik, kreischende Beifahrerinnen, Gegenverkehr auf den schönen Single Trails with Passing Places beachten, die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 m/ph außer Acht lassen und die Strecke mit den realistischen 30 km/h berechnen können.
Was eine 1 stündig geplante Fahrt locker mal auf die Quadratur des Kreises ansteigen lässt, wenn man noch Atempausen am Straßenrand samt Aussteigen mit einberechnet.

Zumindest sind die Zeitangaben in herkömmlichen Navigationsgeräten für Touristen in Schottland nicht einzuhalten…

Ich glaube ja inzwischen, dass nicht dauerhaft schottischen Formel 1 Fahrer immer auf dem Siegertreppchen stehen, weil ihnen das schlichtweg zu langweilig ist.


Der Herr der Ringe

Uns Deutschen wird gerne ein gewisser Hang zu Sauberkeit nachgesagt.
Ich schließe mich da nicht aus.
Allerdings finde ich es schon erstaunlich, dass öffentliche Toiletten in Schottland meist unglaublich sauber erscheinen und sich die deutschen öffentlichen Toiletten da durchaus etwas abschauen könnten!
Allerdings gibt es da eine Unart in Restaurants und an anderen Stellen des kulinarischen Genusses, Tische nicht ab zu wischen.
Anhand der Glasringe konnte man durchaus mal die Glasinhalte der vorherigen 3 bis 7 Gäste ablesen und kleine Rätselspiele daraus machen, derweil man auf seine Bestellung wartete.
In Kombination mit den Essensresten, ist dieses Spiel detektivisch unendlich fortführbar.

Ich habe mich wohl des Öfteren als Deutsche geoutet, indem ich an der Theke nach einem Lappen fragte, um den Tisch selber ab zu putzen oder der Kellnerin den Lappen gerne auch mal abschwatzte, um dem Herrn der Ringe mächtig zu werden.

Kinder bekommen in Schottland nichts zu essen

Schottland – das Land des guten Whiskeys, der Pubs und dem Scottish Folk!

Wir hatten uns schon sehr gefreut, gemeinsam ein paar Abende in einem Pub bei schöner Musik und Göttergatte mit einem landestypischen Whiskey zu verbringen.

Geht nicht!

Zumindest nicht, wenn man Kinder unter 18 Jahren dabei hat.

Ok, wenn es reine Pubs sind, kann ich das noch verstehen – Jugendschutz und Alkohol, kein Thema, aber die meisten Pubs bieten eben auch regulär Essen an, einige haben sogar getrennte Bereiche für Essen und für den Alkoholausschank, aber selbst dort war es teilweise sehr schwierig, Essen zu gehen mit Kindern unter 18 Jahren.

Auch wenn es im Internet und den Bestimmungen für Großbritannien anders steht, so war es schwierig bis unmöglich überhaupt mit Kindern unter 18 in Restaurants essen zu gehen, wenn dort auch Alkohol ausgeschenkt wurde.

Alkohol wird in Geschäften erst ab 18 Jahren verkauft.
In Pubs wird Alkohol erst ab 25 Jahren ausgeschenkt. In die meisten Pubs kamen wir mit unseren Kids (zu der Zeit 14 und 17 Jahre alt) erst gar nicht herein.
Ein Pub wies uns direkt darauf hin, dass wir um 22 Uhr mit beiden Kindern den Ort verlassen müssen, obwohl wir als Eltern dabei waren. Und an einigen Pubs waren deutliche Aushänge, auf denen vorgeschrieben war, dass Jugendliche unter 18 Jahren nur bis 20 Uhr und nur nahe am Fenster an einem Tisch sitzen durften und auch nur bis dahin bedient werden, danach die Örtlichkeiten zu verlassen haben, trotz Eltern.

In Edinburgh gerieten wir gar an einen Türsteher eines Restaurants mitten am Grassmarket, der uns um 16.30 Uhr schon nicht mehr in den Bereich zum Essen lassen wollte, da ab 20 Uhr keine unter 25jährigen mehr erlaubt waren.

Ich heiße die Alkoholbestimmungen in Schottland für sehr gut und finde 25 Jahre als Mindestalter gar nicht so dumm, aber dass man in Begleitung der Eltern am Tage erst ausgewählte Restaurants suchen muss, um etwas Essen zu könne, hat mich schon ziemlich erstaunt.


The Magic To Order

Und wo wir gerade bei Restaurant sind – das Bestellen von Essen ist ein kleines Mysterium.
In den meisten Restaurants sucht man sich einen Tisch, wählt aus der Karte aus, um dann an der Theke das Essen zu bestellen, dort direkt zu bezahlen und dann am Tisch darauf zu warten – Getränke können jedoch jederzeit auch am Tisch bestellt werden.
Manchmal aber auch nicht.
Der Nachtisch kann auch am Tisch bestellt werden – bezahlt werden muss aber alles vorher an der Theke – außer Getränke, die kann man auch am Tisch bezahlen – manchmal.
Aber meistens bestellt man alles an der Theke und die Kellner bringen einem die bestellten Sachen – ohne allerdings die Tische abzuputzen.
Manchmal kann man aber auch am Tisch bestellen und nach dem Essen alles zusammen bezahlen.

Wir haben es immer falsch gemacht – entweder haben wir am Tisch gewartet und es kam niemand – oder wir sind direkt zur Theke gegangen, um zu bestellen und wurden wieder an unsere Plätze geschickt – oder wir standen einfach blöd rum, wussten nicht, was wir tun sollten und outete uns so direkt als blöde Touris.
Die Schotten haben das aber immer lächelnd und freundlich hingenommen und dann sehr direkt schottisch auf die Besonderheiten dieses Lokals hingewiesen… zu essen haben wir immer bekommen!


Brunnentoiletten

Von den magischen schottischen Türen besonders auf Toiletten habe ich ja schon berichtet.
Dass die Toiletten dort erstaunlich sauber sind und das Wasser zum Hände waschen locker zum Abkochen reicht, habe ich auch schon erwähnt.
Ein besonderes Erlebnis auf schottischen Toiletten ist aber auch das Betätigen der Klospülung.
Die Klos dort haben meistens Hebel – leider fehlt ein Foto, aber ihr müsst euch eine Scheibe mit einem meist rechts orientiertem Hebel zum runterdrücken vorstellen, mit dem ihr die Scheibe drehen könnt.
Eigentlich nicht so schwer – aber eben doch, weil der Kraftaufwand schon deutlich auf den Fingern liegt und bei manchen Hebeln auch nie wirklich klar wurde, ob ich einfach zu kraftlos war, diesen ordentlich zu betätigen, oder ob wirklich eine Pumpbewegung nötig war, um erst Wasser in die Leitung zu bekommen, um dann alles mit einem Schwall weg zu spülen.

Wenn ich mich besonders dämlich angestellt habe, sah man mich wie an einem Brunnen stehen, dessen Wasser mit einer Pumpe hochgepumpt werden musste – nur in Kleinformat und trotzdem mit beiden Händen arbeitend… die Schotten sind einfach stärker, schneller, abgebrühter und straighter als ich!

So, nun reicht es aber! Zu gerne wüsste ich ja, welche Ungewöhnlichkeiten so ein Schotte bei uns fest stellen würde... liest hier zufälligerweise ein Schotte mit?
Bitte unbedingt ein Nachricht an mich!!!

Gehbat euch wohl und passt auf euch auf!!



Kleiner Tipp zum Schluss: in den küstennahen Großstädten solltet ihr unbedingt vermeiden, euch zu nahe an den Ampelanlagen aufzuhalten!! 
Das tun mit Vorliebe auch die entzückenden Möwen, die auch gerne den Passanten im Flug mal ihre Brötchen aus der Hand reißen. 
Um diese Brötchen aber genau ins Visier zu nehmen, sitzen sie gerne auf besagten Ampelanlagen, um die Lage zu sondieren und bereits verdaute Passantenbrötchen auch wieder los zu werden – egal, ob man gerade darunter steht oder nicht als Passant. Ihr versteh was ich meine…!?