17. Januar 2017

Ein Jahr analog – Termine, Organisation und Kalender


Nein, ich verabschiede mich nicht aus dem Blog!

Es geht, wie in der Überschrift bereits steht, lediglich um die analoge Organisation im Alltag – auch Kalender genannt.


Von kaputten Fingern und digitalen Hirnen

Daaaamals als Jugendliche habe ich über viele Jahre einen Filofax benutzt. Die sind ja gerade wieder total im Trend, mit schön verzierten Seiten, Youtube-Videos zu Wochendekorationen, speziellen Aufklebern, Stempeln und Einlagen dazu.

Darüber schreibe ich hier aber NICHT!
Was mich am Filofax immer gestört hat, waren die Metallringe in der Mitte, die mich beim Termineintragen immer behindert haben, außerdem habe ich das Talent, mir an den Zacken der Ringe immer die Finger aufzuratschen, weshalb ich dann irgendwann dazu übergegangen bin, mir schicke Kalender von Pip oder ähnliches zu kaufen. Bis dann mein Handy mein digitales Hirn wurde.

In den vergangenen Jahren, habe ich mein Handy geliebt und dort penibel alle Termine eingetragen mit Erinnerungsmeldungen, Piepton und wiederholendem Piepton. Das war super, aber mit der Zeit, sind mir trotzdem Termine durchgegangen, weil ich das Handy überhört habe, weil die Technik rumgesponnen hat und mich doch nicht piependerweise erinnert hat, oder schlichtweg, weil während der Organisation, die digitale Kalenderübersicht so unübersichtlich für mich wurde, dass ich durcheinander gekommen bin.

Inspiration - Fails - persönliche Lösung

Also bin ich Ende 2015 auf die Suche nach einer neuen Lösung gegangen und habe mir inzwischen soooo viele Videos, Blogs und Seiten zum Thema Filofax, Moleskine, Bullet Journal und Hobonichiangeschaut, dass ich nur noch verwirrter war. Dabei bin ich aber auch über „Ella the Bee“ gestoßen, eine Youtuberin, die wirklich tolle Organisation-Videos macht. Von ihr bin mit dem Moleskine angefixt worden, der mich dann 2016 begleitet hat. Zu Beginn noch sehr inspiriert von Ella the Bee, aber im Verlauf der täglichen Benutzung und auch der Ereignisse, wurde mein Kalender immer mehr umfunktioniert und personalisiert.

Ich bin ein visueller Mensch und brauche niedliche Symbole, um mir Dinge besser merken zu könne, oder mein Augenmerk auch wirklich darauf zu richten – so habe ich Anfang 2016 noch viele bunte Stempelsymbole genutzt und viel Farbe und Dekomaterial eingesetzt. Da ich aber viel in meinem Kalender auch außerhalb meiner vier Wände und weit weg von meinem Schreibtisch gearbeitet habe, „fehlte“ mir oft einiges von diesem Zusatzmaterial unterwegs und dieses nachzutragen fand ich sehr müßig. So bin ich dazu über gegangen, mir kleine schnell gezeichnete Symbole zu überlegen, die ich zum Beispiel auch in der U-Bahn schnell eintragen kann.

Manche Symbole mögen euch doppelt oder zu aufgebrochen erscheinen, aber ein simples Symbol für „Arbeit“ schiebt in meinem Kopf eine große Betonwand vor mein Hirn, die mich in ihrer Größe dermaßen überfordert, dass ich keine Lust auf „Arbeit“ habe. So gibt es für „Arbeit“ mehrere Symbole wie Papierkram, Rechnungen, Kreativ und das Kästchen für To-Do, das aber in allen Bereichen angewendet werden kann. So kann ich größere Projekte aufsplitten und habe eine bessere Übersicht, was, wann, wie am besten gemacht werden sollte.

Ich komm klar

Der Sonntag – der im Moleskine an diesem Tag auch nicht in Zeiten aufgeteilt ist – ist eine Sammelstelle, der TO-Dos der ganzen Woche oder zukünftig zu organisierenden oder zur erinnernden Ereignisse. Alles was so anfällt und nicht sofort weggearbeitet werden muss, wird dort aufgelistet und am Wochenende auf die einzelnen Tage umgeschichtet. So kann ich nichts vergessen, die ToDo-Liste verliert ihre Monsterkraft an unüberwindbaren Berghöhen, die Tage werden möglichst nicht zu voll gestopft und ich kann Dinge besser miteinander verknüpfen (Oh, da habe ich Physiotherapie - Termin, dann kann ich direkt danach einkaufen gehen – Einkaufsymbol danach eintragen, dann muss ich vorher meinen Kochplan fertig haben – ein paar Tage vor blättern und als ToDo eintragen). I love it!

Und ja, ich brauche das, ich bin kein Organisationstalent, ich bin Prokastinierer und ich bin Hirnblockaden-davon-Läufer. Mich machen abgehakte ToDos glücklich und sei es der simple Anruf beim Steuerberate wegen einer fehlender Rechnung.

In meine Monatsübersicht kommen dann nur ein paar Kürzel, damit ich einen Überblick habe, wie voll ein Tag ist beziehungsweise wann größere oder wichtige Ereignisse anstehen. Das war nämlich auch genau das, was mir in meinem digitalen Kalender immer gefehlt hat – der große Überblick.
Ich fühle mich in meiner kreativen Seele viel mehr angesprochen, weil nun auch meine Telefonkritzeleien einen Platz bekommen, ich im Zweifel doch trendigen Youtubern nacheifern kann und die Seiten lustig bunt dekorieren kann, aber hauptsächlich habe ich das Gefühl, ich kann nichts mehr vergessen!

Und tatsächlich habe ich mich auch von den ganzen trendigen Kalendermenschen im world wide web anstecken lassen und einen Jahresplan, ein Moodboard und eine Zieleseite auf die überflüssigen Seiten im Kalender dekoriert.
Es gibt vorne ein Tasche für Rezepte, Überweisungen, abzugeben Briefe etc. und eine Seite ist für Haftnotizen inklusive Einkaufszettel, damit der immer dabei ist.

Ich bin so begeistert von der analogen Hirnstütze und ärgere mich, dass ich die letzten Jahre nicht schon so schön in Papierform als Erinnerung im Regal stehen habe.

Wie macht ihr das?
Seid ihr noch digital? Habt ihr auch Papierkalender, oder wartet ihr noch auf die piepende Filofaxvariante mit USB-Port?



31. Dezember 2016

Offener Brief an das Jahr 2016 - persönlich

Liebes Jahr 2016!

Ich möchte mich gerne persönlich von dir verabschieden, denn du warst ein sehr präsentes und ereignisreiches
Jahr. Deine 12 Monate waren soll vollgestopft, wie nie ein anderes Jahr zuvor.

Du hast nicht nur die ganze Welt an ihrer Achse gepackt, du hast auch meine kleine persönliche Welt einige heftige Male durchgerüttelt – im Guten, wie im Schlechten.

Ich wusste schon zum Ende deines Vorgängerjahres 2015, dass du einige Highlights, aber auch viel Stress bringen würdest, denn es lag viel an in deinen 12 Monaten und alleine die geplanten und ersehnten Ereignisse hätten ausgereicht, aus dir ein spannendes und interessantes Jahr zu machen.

Aber du hast aus den Vollen geschöpft und mit Nachrichten und Begebenheiten gewartet, die mir oft den Atem genommen haben.

Du wolltest wohl etwas Besonderes sein und das hast du auch geschafft!

Einige wundervolle Erlebnisse hast du mir geschenkt – eine Theateraufführung meiner Tochter und meine anstrengende aber erfüllende Mitarbeit daran – wir haben einen großem Familiengeburtstag bei uns gefeiert, der schöner geworden war, als gehofft – wir haben Berlin wieder einmal bereist und ein Stückchen mehr wieder ins Herz geschlossen – ein großer Wunschtraum ist in Erfüllung gegangen, wir haben Schottland besucht und sind wehmütig und tiefbeeindruckt von dort weg gefahren – es gab Hochzeiten und eine von diesen war lang erseht und traumhaft schön – ich habe eine neue Freundschaft geschenkt bekommen und einige andere Freundschaften sind vertieft und gestärkt worden – ich hatte dieses Jahr viele Begegnungen mit Menschen, die nur kurzzeitig oder flüchtig waren, aber tiefen Eindruck hinterlassen haben – mir ist einmal mehr bewusst geworden, welches Glück ich mit meiner Familie habe und wie sehr ich sie liebe und wie sehr ich geliebt werde.

Dafür danke ich dir aus tiefstem Herzen!

Ich lasse dich aber nun mit gutem Gewissen gehen, denn du hast mir auch einige Dinge genommen und viele böse Pfeile abgeschossen für mich und meine Familie, die ich nun gerne hinter mir lassen möchte und mit allem abschließen will.

Es gab Verluste, schlechte Nachrichten, Schatten über Monate, viele Komplikationen, Aufregungen, Trennungen und viele viele Schmerzen nicht nur für mich…

Ich weiß gar nicht genau, wie ich mich mit dir fühlen soll. Zum einen bin ich sehr froh, dass du zu Ende bist und habe die große Hoffnung, dass das nächste Jahr weniger kraftraubend und einfach nur erholsam wird, zum anderen hast du aber auch einige schöne Dinge hervorgebracht, die dich ebenso in mein Gedächtnis bleiben lassen, wie die Sachen, die hoffentlich bald verschwimmen und nicht mehr so wichtig sein werden, weil es Schöneres geben wird und weil man immer nur die guten Sachen im Gedächtnis behalten sollte.

Du hast mir meine Zerbrechlichkeit vor Augen geführt und mir den anstrengenden Weg gezeigt, Gelassenheit zu erlangen und du hast mir Demut gelehrt.

Ich stehe noch und fühle mich erschöpft und kraftlos, aber auch gestärkt und voller Respekt vor dem Leben und den Menschen.
Du hast mich so viel Energie gekostet, wie kaum ein anderes Jahr zuvor und ich bin nun froh, dass du dich dem Ende neigst.

Du wirst nicht nur mir in Erinnerung bleiben.

Nun kommt ein neues, ein anderes Jahr, dass hoffentlich Lehren aus dir zieht und ein besseres wird.
Nein.

Es wird nun ein besseres Jahr kommen und ich freue mich darauf!

So Gott will!


11. Dezember 2016

DU bist eine starke Frau - von Lebenskraft und Respekt


Bin ich stark?

Es geht zwar um das Thema Krebs, aber die Erkenntnis ist unabhängig davon… 

Mir wird häufig gesagt, wie stark ich bin und wie gut ich meine ganzen Geschichten ertrage – meine Antwort ist meistens: „Ich habe ja auch keine Wahl!“ und...

„Das schaffst auch du!“

Ok, ich habe vielleicht noch einen eigenen Humor, der mich durch das Leben trägt und ich versuche nicht alles so schwer zu nehmen, wie das Leben mir manchmal in die Pfanne haut, aber ich habe so wahnsinnig viele starke Frauen getroffen, dass ich sicher bin:

Wir können so viel mehr (er)tragen, als wir denken!


Lernen über sich selbst

Wenn man ein paar Tage im Krankenhaus liegt – oder auch mal ein paar Tage mehr – kann es passieren, dass man wechselnde Zimmernachbarinnen hat.
Man lernt so Menschen kennen, die man im Leben sonst nicht getroffen hätte, mit denen man sich vielleicht noch nicht einmal befreundet hätte, weil man ganz anders tickt oder das Leben und der Altersunterschied so groß sind, dass es einfach keine Berührungspunkte gibt.
Es kann natürlich auch anders sein.
Ich hatte das Glück, ein paar wirklich großartige Frauen kennen lernen zu dürfen, die mein Herz etwas größer gemacht haben.

Aber ich habe von allen Frauen dort etwas gelernt.

Frauen

Wenn man auf einer Krebsstation liegt, begegnen einem natürlich auch die unterschiedlichsten Schicksale, Persönlichkeiten und Geschichten.
Man trifft Frauen, die gerade an einem Punkt in ihrem Leben sind, an dem das Leben sie auf die Probe stellt und die tief ins Innere greift.

Frauen vor der Diagnose, Frauen mitten im Kampf, Frauen nach dem Krebs, Mütter, Omas, Krankenschwestern, gläubige Frauen, vom Leben hin und her gestoßene Frauen – Verzweiflung, Wut, Trauer, Mitgefühl, Dankbarkeit, Angst, Liebe, Zuversicht, Glück. Frauen die danach in ein großes Loch gefallen und gefangen sind und Frauen, die daraus stärker und glücklicher hervorgegangen sind.
Man trifft sie auf dem Flur, beim wöchentlichen gemeinsamen Frühstückt, bei der Krankengymnastik, vor den Untersuchungszimmern und im Gemeinschaftsraum.


Die Kraft

Ich habe Frauen dort im Krankenhaus kennen gelernt, die auf die Diagnose gewartet haben, ob ihr Leben sich nun ändern wird oder nicht.
Auf welche Art und Weise, war meistens erst einmal egal. Man muss sich damit auseinandersetzen, dass es sich etwas Entscheidendes verändert – ganz schnell und trotzdem sehr schleichend – für eine absehbare Weile (mit den Therapien und den Folgen) und für den Rest des Lebens (nach der Krebstherapie).
Denn die Krebsdiagnose ist auch immer beides – der akute Schock, die anstehenden Behandlungen und Folgen und der stete Begleiter für den Rest seines Lebens, mal mehr, mal weniger stark spürbar.



Der erste Schock ist immer das Schlimmste! Das kann einem niemand nehmen, wenn die innere Welt zusammenbricht und man gegen die Wand fährt mit den Gedanken. Die Verzweiflung ist unfassbar und jeder geht ein stückweit anders damit um, aber der Schock sitzt erst einmal.

Vielleicht liegt es an dem geschützten Raum, den ich dort auf der Senologie erlebt habe das „sehen“ von Frauen, die ein ähnliches Schicksal teilen in den verschiedensten Abschnitten davon – vor der Diagnose, nach der Diagnose, vor der Chemo, nach der Chemo, nach den OPs, mit und ohne Brüsten.
Man sieht, dass es nicht zu Ende ist, dass es weitergeht, dass die Diagnose Krebs nicht bedeutet, dass man nächste Woche tot ist.

Die Erkenntnis, dass es noch ein Leben gibt, macht einen stark.
Unabhängig, wie lange man noch leben darf oder was alles noch auf einen zukommt.

Du lebst, jetzt!
Und das gibt dir Kraft!

Denn es geht weiter…

Auf meinem Zimmer lagen auch Frauen, die nach dem Brustkrebs einfach nur zur Kontrolle für eine Nacht gekommen waren – natürlich ist man nervös, weil man Angst hat, dass alles wieder von vorne losgeht, aber man ist gewappnet, es ist etwas, was man schon mal kennen gelernt hat und die Angst vor dem Unbekannten ist meist größer, als vor dem, was man schon kennt. Also ist man gefasster und freut sich trotzdem, wenn alle Ergebnisse gut sind und man ganz schnell seinen Koffer nehmen kann, um wieder zurück in den Alltag zu gehen.

Ein Stück Vergessen auf Zeit! Und das Leben geht weiter.


Respekt und Lebenskraft

Ich habe so wahnsinnig viel gelernt und ich konnte für mich eine Menge mitnehmen aus den Begegnungen mit den Frauen auf der Station, den Schwestern und den Ärzten dort.
Ich wurde bestätigt, dass auch Du das schaffen kannst!

Dass das Leben uns Päckchen zu tragen gibt, die wir auch tragen können.
Das heißt nicht, dass es leicht ist, dass man es immer alleine schaffen kann, aber das alles in uns steckt, damit wir es schaffen können.

Ich habe mal wieder meine Grenzen kennen gelernt und neue setzen müssen. Ich habe wieder ein bisschen mehr Demut gelernt, vor dem, was ich habe.

Und mir ist einmal mehr gezeigt worden, welchen Respekt wir voreinander haben sollten, vor dem, was alles in uns steckt, egal ob wir uns kennen, oder nicht, ob wir uns mögen, oder nicht und ob wir uns verstehen, oder nicht.

Wir sind alle unterschiedlich geformt und leben in unterschiedlichen Lebensabschnitten, aber in uns steckt eine Lebenskraft, die nicht nur uns selber bereichert, sondern unabhängig von unserer Beziehung jeden bereichern kann.

Und das passt so schön in die Vorweihnachtszeit – unabhängig von Krankheiten und Widrigkeiten!

Habt Respekt voreinander! Ihr seid so stark und voller Leben!

Habt Euch lieb!

Einen schönen 3. Advent!

6. Dezember 2016

IST-Stand und Männerschnupfen

Tastaturtasten

Irgendwie bekomme ich zurzeit nicht die Bloggerkurve – ich habe schon einige Posts geschrieben – aber nur im Kopf – an die Tatstatur habe ich es noch nicht wirklich geschafft.



Am Anfang – also seitdem ich aus dem Krankenhaus wieder Zuhause bin – klappte das noch nicht so gut mit meinem Arm. Denn nach drei OPs und zweimal Wundheilstörung und dementsprechend den Arm für über 2 Monate stillhalten müssend, ist nicht nur meine Muskulatur quasi nicht mehr vorhanden, inzwischen bin ich aus dem „schreiben“ auch einfach raus.

Ich muss mich nun also an allem langsam wieder herantasten – auch an die Tatstatur.

Ist-Stand

Erst einmal mein Ist-Stand – ich bin erkältet… ich habe Männerschnupfen – nicht ganz richtig, ich bin schon wirklich sehr heftig erkältet, aber meine Tochter meinte, dass Krebs, 3 OPs und ständige Komplikationen mich kalt gelassen hätten, aber zwei Tage Schnupfen und Hustenreizanfälle, mich zu einem Jammerlappen gemacht hätten. Ich lass das mal so stehen…

(... lustig - genau diese Socken habe ich gerade während des Postingsschreiben auch an - Knutscha an Uschi)

Ich finde Erkältungen einfach blöd und hasse es, wenn ich nichts riechen kann.

Dicht

Der andere Ist-Stand – ich bin dicht!

Anders ist es nicht auszudrücken.

Seit ein paar Wochen habe ich keine Löcher mehr am Körper, die dort nicht auch hingehören.
Ich habe zwar noch immer übertriebene Horrorvorstellungen von aufreißenden Narben, wenn ich einen Hustenanfall habe, aber das ist wohl nur meinem phantasievollen verschleimten Hirn zu verdanken – Gott sei Dank!
Die Schmerzen halten sich in Grenzen, aber ich bin froh, wenn ich nicht mehr im Sitzen schlafen muss (also halb aufgerichtet, damit kein Zug auf die Naht kommt) und ich vielleicht irgendwann einmal wieder in ein paar Monaten, mich auf die Seite drehen kann im Bett. Ansonsten nehme ich jetzt auch das Tamoxifen – das viele Brustkrebspatienten nehmen und warte noch auf dessen Nebenwirkungen – falls es überhaupt wirkt bei meinen Leberproblemen – aber das ist ein anders Thema.



Vorbei ist der Heilungsprozess noch nicht mit Physiotherapien, Lymphdrainagen und anderen abklärenden Untersuchungen. Aber wenn man einmal Krebs hatte, ist das ein ewig begleitendes Thema, nun einmal mehr…

Von Spülmaschinen und Engeln

Ich bin noch immer stark eingeschränkt indem, was ich machen kann, da mein Arm durch die Naht und die ganzen Komplikationen nicht belastbar und stark bewegungseingeschränkt ist - Spülmaschine einräumen geht inzwischen – Autofahren wird wohl noch eine Weile dauern.

Meine Mama ist mal wieder wie ein wirbelnder Schutzengel unterwegs und macht alles für mich und meine Familie – ich habe unfassbares Glück mit meiner Familie, dass hier trotz aller Widrigkeiten alles so gut läuft.

An dieser Stelle ein dickes DANKE vor allem an meine Mama!

Blog und Krebs

Nun ja, das Krebsthema wird dem Blog noch eine Weile erhalten bleiben – ich weiß zwar nicht, ob so kurz vor Weihnachten jemand überhaupt etwas davon hören will, aber so ist es nun mal…

(Die Patchworkdecke macht mich nun Zuhause glücklich - auch wenn es ein Tröster... oder besser ein Arschtritt von der lieben Simonee/Pamamone ist - fettes Danke...!!!)

Zumindest kann ich die Weihnachtszeit genießen und hoffe, dass es euch auch so geht!

Genießt die Lichter, das Funkeln und die Weihnachtsdüfte (vor allem die Düfte für mich mit, da ich ja nichts riechen kann!) und habt euch alle lieb!!!


23. Oktober 2016

Kurz Zuhause bis zur nächsten OP

Ein Monat lang Krankenhaus!

Ein Monat lang mit heftigen Aufs und Abs!
Ein Monat lang um 6 Uhr geweckt werden!

Ein Monat lang jeden Tag auf’s Neue hoffen, dass man bald wieder Zuhause ist!
Jetzt bin ich Zuhause – erst einmal… - nächste Woche muss ich aber wieder zurück ins Krankenhaus und werde noch einmal operiert.


Prognose und Therapie

Ja, die Brust ist ab und die Histologie und Therapie ist inzwischen auch bestimmt.

Ich brauche keine Chemo – das ist das Beste und Wichtigste für mich, denn mein Körper funktioniert nicht wie ein normaler und gesunder Körper und eine Chemo wäre eine stärkere Belastung geworden, als eine Chemotherapie eh schon für einen Menschen ist.
Da meine Brust komplett abgenommen wurde, ist auch nichts mehr da, was man bestrahlen müsste und da meine Histologie der Tumore (1 Primärtumor, 4 Metastasen) für alle gilt und sehr positiv zu bewerten ist, bekomme ich “nur“ Tabletten. Die haben zwar auch einiges an Nebenwirkungen, aber meine Prognose mit dem Brustkrebs ist sehr gut und wie das Medikament dann auf mich wirkt, werde ich noch sehen, da ich mit der Therapie noch nicht anfangen konnte.

Klingt doch gut – ja, das ist es auch, a b e r ich kann ja nicht einfach nur Brustkrebs bekommen…

Einfach nur Krebs hätte auch gereicht

Nach der Brust-OP gab es ein paar Komplikationen. Als erstes schmierten meine Blutplättchen ab, sie waren plötzlich sehr niedrig – eine leichte Gerinnungsstörung habe ich schon seit den anderen OPs mit der Bauchspeicheldrüse und der Leber, nun waren die Ärzte aber doch ein bisschen mehr beunruhigt. Das hatte zur Folge, dass ich Einblutungen im Operationsbereich hatte und zwar in der Form, dass ich zwei Tage nach der ersten OP ein zweites Mal operiert werden musste, um die Blutungen zu stillen.
In Kombination mit meinem Diabetes, einer massiven Pflasterallergie (auf Grund dessen ich leichtes Fieber bekommen hatte) und der zweiten OP, meinte meine Wunde dann nicht zu wachsen zu wollen – Wundheilungsstörung!

Klang bis dahin relativ harmlos für mich – wächst halt die Haut nicht so schnell zusammen… - heißt bei mir aber, dass sich fast die komplette Naht gelöst hat und ich nun – ja immer noch nach inzwischen 5 Wochen – immer noch eine offene Naht habe. Die Details erspare ich euch – aber ich gestehe, mir als nicht Medizinerin, die kein Blut sehen kann und bei Filmen mit entsprechenden Szenen IMMER die Augen zu hat, hat das ziemlich zu gesetzt, so dass ich überhaupt nicht mehr hingeschaut habe beim Verbandswechsel…

Von Wünschen, die man besser sein lässt

Wundheilungsstörung bedeutet Geduld.
Hätte ich mir mal nicht letztes Sylvester als Vorsatz genommen, mich dieses Jahr in Geduld und Gelassenheit zu üben – die Challenge die mir dafür auferlegt wurde, fand ich jetzt ein bisschen übertrieben!

Erst einmal musste der Gewebeabbau des Körpers abgewartet werden, dann musste die Wunde gereinigt werden. Auch diese Details erspare ich euch – zu guter Letzt wurde mir eine Vakuumpumpe in die Wunde gelegt, um die Wunde sauber zu bekommen und das Gewebe komplikationslos nachwachsen kann.

Nun ist die Wundfläche so groß, dass die Wundränder nicht von alleine wieder zusammenwachsen können, also muss ich noch einmal operiert werden. In der Hoffnung, dass mein Körper mal alles anders macht als normal (also mein Normal ist immer anders) und einfach mal anders und somit normal reagiert und nichts mehr schiefgeht. Kann mir jemand folgen?!

Ich bin dann erst einmal wieder weg!

Drückt mir bitte die Daumen!


1. Oktober 2016

Brustkrebs ist...

Brustkrebs ist...

... wenn sich eine deiner Drainagen löst und Saug- und Schmatzgeräusche von sich gibt, so dass die Schwestern vor lachen zusammenbrechen. 

... wenn deine Krankengymnastik für EINEN strafferen Busen sorgt. 

... wenn du zärtlich nur noch Dromedar gerufen wirst. 

.... wenn das erste Bild aus dem Urlaub deines Bruders ein Victoria Secret BH ist.
... wenn du eine Wundheilstörung hast und dir "einfach nur mal Krebs" auch gereicht hätte. 

14. September 2016

Fuck Cancer - Krebs hoch3 - Brustkrebs Diagnose


„Es tut mir leid, es ist doch nicht so harmlos, wie wir dachten, es ist leider ein Brustkrebs!“

Eigentlich hätte ich nicht damit gerechnet, das mal zu hören, denn in meiner Familie gab es bisher keinen mir bekannten Brustkrebs.

Nicht, dass ich nicht noch einmal damit gerechnet habe, dass ich Krebs bekomme – nachdem ich 2009 ja bereits Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte und 2012 von diesem Metastasen in der Leber hatte, rechne ich immer wieder, dass das Arschloch (!) wieder kommen kann – Brustkrebs hatte ich nicht auf dem Schirm.
Aber leider schützt eine Krebsart nicht davor, auch noch einen anderen Krebs zu bekommen.

Deshalb war ich bei der Diagnose mehr überrascht als geschockt.

Mal wieder ist das Glück mit mir, denn bei normalen Untersuchungen war meine Brust unauffällig.
Ich habe eine sehr zystische und gewebereiche Brust und mit meiner Krebsvorgeschichte sind die meisten Ärzte besonders Aufmerksam bei mir – ich übrigens auch.



Das ist wohl ganz gut so, dass ich auch bei kleinsten Knubbelchen mal eben das ganze von der Gynäkologin abchecken lasse.

Beim Duschen hatte ich drei Knötchen getastet, die ich noch nicht kannte, so dass ich mir direkt einen Termin bei meiner Gyn hab geben lassen.
Im Ultraschall sah dann ein Knoten nicht nach Zyste aus und um sicher zu gehen, schickte mich meine Gyn zur Senologie, die mich schon von ein paar anderen Zystenintermezzos kannten.
In der folgenden Mammographie konnte auch nichts wirklich festgestellt werden, allerdings wurde, um sicher zu gehen, eine Biopsie gemacht.

Das Ergebnis: Brustkrebs!

Es folgten MRT, CT, Szintigraphie und eine weitere Biopsie, die zeigte, dass zwei weitere Herde bereits in der Brust sind.

Wenn ihr das hier lest, bin ich vermutlich im Krankenhaus und wenn ich wieder nach Hause komme, habe ich eine Brust weniger und hoffentlich wieder ein bisschen mehr Leben gewonnen.
Wie es mit der folgenden Therapie ausschaut, weiß ich erst, wenn alle Ergebnisse auch die von der OP zusammen gekommen sind.

Es scheint nicht der aggressivste Krebs zu sein und auch noch nicht ganz so fortgeschritten, so dass alles ganz gut aussieht, aber gegen ein paar Däumchen, Kerzen und Gebete habe ich nichts einzuwenden!

BITTE

Mal abgesehen von den Däumchen, Kerzen und Gebeten, schreibe ich diesen Post aber, um euch dringendst zu bitten – PASST AUF EUCH AUF!

Tastet eure Brust ab – hier ein Link zu einer Beschreibung.
Es gibt auch Videos bei YouTube dazu und viele Krankenhäuser und Frauenzentren bieten Seminare zum Brust abtasten mit Dummies an, oder fragt bei euren Frauenärzten nach!!! Kümmert Euch!

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart, an der Frauen in Deutschland sterben, aber Brustkrebs ist auch der besterforschteste Krebs und die Heilungschancen werden immer größer, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Ihr könnt aktiv helfen, auf euch zu achten!

Geht regelmäßig zur Vorsorge!
Tastet euch selber regelmäßig ab!
Lasst auch Kleinigkeiten von euren Gynäkologen abchecken!
Brustabtasten tut nicht weh!
Mammographien sind nur etwas unangenehm!
Selbst die Biopsien sind kaum schmerzhaft!

Obwohl oder vielleicht gerade weil ich schon einmal (zweimal) Krebs hatte, bin ich das beste Beispiel dafür, dass es jeden treffen kann!

Und dass Krebs nicht sofort Tod bedeutet, dass werde ich euch dann demnächst zum dritten Mal zeigen!



Passt auf euch auf und genießt das Leben!